Sandstrahlen zu Hause: Was wird benötigt & lohnt sich das?

Beim Sandstrahlen handelt es sich um ein besonderes Verfahren, mit dem du Oberflächen behandeln kannst. Somit kannst du zum Beispiel alte Farben entfernen, Oberflächen entrosten oder für einen neuen Anstrich anrauen. Natürlich wird Sandstrahlen auch eingesetzt, wenn du verschmutzte Flächen gründlich säubern möchtest. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass es sich um ein recht aufwändiges Reinigungsverfahren handelt, bei dem du bestimmte Vorrichtungen benötigst. Viele stellen sich daher die Frage, ob man auch daheim Sandstrahlen kann.

Wie kann ich selber Sandstrahlen?

Beim Sandstrahlen werden Sandkörner mit hohem Druck gegen die gewünschte Oberfläche gepresst. In vielen Haushalten ist höchstens ein Hochdruckreiniger verfügbar. Jedoch wird hier mit Wasser gearbeitet. Zwar kannst du mit dem Nassstrahlen ebenfalls gute Reinigungsergebnisse erzielen, jedoch ist Sandstrahlen etwas völlig anderes. Zum Sandstrahlen benötigst du folgende Komponenten:

  • eine geeignete Schutzausrüstung,
  • eine Sandstrahlkabine,
  • einen Kompressor,
  • eine sogenannte Becherpistole und
  • ein Strahlmittel, wie zum Beispiel Sand.

Diese Ausrüstung kann recht teuer sein, wenn diese nicht bereits vorhanden ist. Wichtig ist auf jeden Fall eine Schutzausrüstung. Damit werden deine Hände, die Augen und der Kopf geschützt. Ebenso wird verhindert, dass die feinen Strahlmittel in die Lunge gelangen können. Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille sind also mindestens notwendig.

Damit die nähere Umgebung nicht beschädigst und kein anderer zu Schaden kommt, benötigst du eine Sandstrahl-Kabine. Diese kannst du als Heimwerker jedoch selber bauen. Es muss sich um eine geschlossene Box oder gar einen kleinen Raum handeln, aus dem das Strahlmittel nicht hinaustreten kann.

Einfach Sandstrahlen! | selber zuhause Sandstrahlen | Entrosten durch Sandstrahlen

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Neben einem Kompressor wird noch eine Becherpistole benötigt. Der Kompressor erzeugt den nötigen Druck zum Sandstrahlen. In den Becher der Spritzpistole wird dann das Strahlmittel eingefüllt, welches du verschießen möchtest. Als Strahlmittel wurde früher Quarzsand verwendet. Dieser ist jedoch gesundheitsschädlich und daher hierzulande verboten. Ansonsten kannst du als Alternative auf…

  • Korund
  • Glasperlen
  • Aluminium
  • Schlacke
  • Keramik
  • Kunststoff
  • Edelstahl,
  • Stahl,
  • Granat,
  • Trockeneis und
  • Nusschalen

…zurückgreifen. Zu den bewährtesten Strahlmitteln gehören aber Hochofenschlacke, Glasperlen und Korund. Korund findest du übrigens auch auf den Schleifscheiben oder Schmirgelpapier.

Bestseller Nr. 1

Letzte Aktualisierung am 14.11.2022 um 13:07 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wie viel Druck braucht man zum Sandstrahlen?

Beim Sandstrahlen wird ein hoher Druck benötigt, den dein Kompressor zur Verfügung stellen sollte. Nicht jeder Kompressor aus dem Baumarkt eignet sich herzu. Wichtig sind der Kesseldruck und der Volumenstrom. Wenn du dir folglich einen Kompressor zum Sandstrahlen kaufen möchtest, dann benötigst du ein Modell, welches mindestens einen Kesseldruck von 7 bis 8 bar.

Viele günstige Kompressoren erreichen zwar den gewünschten Kesseldruck, kommen aber nur auf einen Volumenstrom von 140 Liter pro Minute. Dies ist zum Sandstrahlen zu wenig. Ideal sind Kompressoren mit einem Volumenstrom von 400 bis 600 Liter pro Minute. Erst damit wird ausreichend Strahlmittel auf die Oberfläche geschossen, sodass du ein gutes Reinigungsergebnis erzielst.

Worauf muss man beim Sandstrahlen achten?

Wenn du mit einem Sandstrahler arbeiten möchtest, solltest du dich zuvor informieren, welches Strahlmittel für welche Oberfläche am besten geeignet ist. Einige Strahlmittel sind spitz, wie zum Beispiel Korund oder Hochofenschlacke, andere dagegen rund, wie zum Beispiel Glasperlen. Jedenfalls erzielst du unterschiedliche Abtragungs- und Poliereffekte. Im heimischen wirst du wahrscheinlich nur mit Korund oder Glasperlen arbeiten.

Korund gibt es mit Korngrößen zwischen 0,25 bis 0,5 mm, Glasperlen besitzen eine Größe zwischen 100 und 200 µm. Mit beiden Strahlmitteln kannst du die meisten Aufgaben problemlos lösen. Ist dein Kompressor nicht so leistungsstark, dann solltest du auf die größeren Körnungen verzichten. Beachte auch, dass größere Körungen evtl. auf dünnen Blechen zu Beulen führen können. Dies ist wichtig, wenn du beispielsweise dein Auto neu lackieren möchtest. Dickere Glasperlen führen hier zu Beschädigungen.