Traktionstherapie als Alternative zur Operation bei Peyronie? 

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Peyronie (Induratio penis plastica, kurz IPP) ist eine typische urologische Männerkrankheit, die den Penis betrifft und meist schleichend beginnt. Schätzungen gehen davon aus, dass der Anteil an Männern, die im Laufe ihres Lebens an Peyronie erkranken, zwischen 3 % und 10 % liegt. Da viele Betroffene allerdings aus unterschiedlichen Beweggründen nicht zum Arzt gehen, dürfte der reale Anteil deutlich höher liegen. Was genau ist Peyronie, wie entsteht die Erkrankung und welche modernen Behandlungsansätze gibt es? 

Ursachen, Verlauf und typische Symptome 

Die Peyronie-Krankheit ist eine Erkrankung, bei der sich narbenartiges Gewebe (Plaques) in der Bindegewebehülle des Penis bildet – vermutlich begünstigt durch Mikroverletzungen und entzündliche Prozesse, was in der Folge zu einer Krümmung des erigierten Penis und häufig auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führt. Grund dafür ist, dass sich der Bereich um die Plaques nicht mehr gleichmäßig ausdehnen kann, was wiederum eine mehr oder weniger starke Krümmung verursacht. Während diese bei Peyronie in leichter Ausprägung oft erst bei genauerem Hinsehen auffällt, ist sie bei einer mittleren Ausprägung deutlich erkennbar und kann im fortgeschrittenen Stadium sogar bis zu 30° bis 60° aufweisen. 

Weiterhin verläuft die Krankheit in der Regel in zwei Phasen:

  • Der entzündlichen bzw. aktiven Phase, in der zunehmend stärkere Schmerzen wahrgenommen werden und eine Veränderung der Krümmung möglich ist. 
  • Einer späteren, stabilen Phase, bei der die Schmerzen in der Regel nachlassen oder auch ganz verschwinden, die Krümmung aber bestehen bleibt. 

Behandlung der IPP: Von Medikamenten bis zur modernen Traktionstherapie 

Die Behandlung von Peyronie hängt selbstverständlich vom Grad bzw. der Phase der Erkrankung und den individuellen Beschwerden des Betroffenen ab. In der Frühphase kommen häufig entzündungshemmende Medikamente gegen Schmerzen, sowie Mittel zur Beeinflussung von Narbenbildung zum Einsatz. Da aber kein Medikament die Erkrankung zuverlässig heilen kann, wird die medikamentöse Behandlung in der Regel von Injektionstherapien begleitet, um gezielt Kollagen in den Plaques abzubauen und die Krümmung zu reduzieren. Bei stärkeren Krümmungen oder auch wenn bisherige Ansätze und Therapien versagt haben, war eine operative Behandlung mit all ihren Risiken lange Zeit die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Peyronie.

Neuere Untersuchungen, etwa diese im British Journal of Urology International (BJU International) veröffentlichte Studie zeigen aber, dass auch modernere Ansätze mittels sogenannter Expander, eine wirksame Ergänzung oder sogar eine Alternative zur Operation darstellen können. Gegenstand der Untersuchung war die Effektivität der Traktionstherapie bei insgesamt 93 in der stabilen Phase der Erkrankung. Im Ergebnis hat sich die Peniskrümmung bei den Teilnehmern der Behandlungsgruppe um durchschnittlich 31,2 Prozent verbessert, während bei der Kontrollgruppe keine signifikante Veränderung festgestellt werden konnte. Im Rahmen der Studie kam der medizinische Expander PeniMaster PRO zum Einsatz, auf andere Expander lassen sich die Ergebnisse bislang nicht übertragen. 

Schlüssel liegt in frühzeitiger Erkennung

Unsicherheit oder Scham sollten keine Rolle spielen, wenn es darum geht, eine häufige Männerkrankheit frühzeitig zu diagnostizieren und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Wie bei anderen Krankheiten auch, ist es ratsam, bereits dann einen Facharzt aufzusuchen, wenn erste Veränderungen auffallen, denn je eher Peyronie behandelt wird, desto eher können Behandlungsmöglichkeiten eingeleitet werden.