Kredite: Eine Versicherung, die die Raten zahlt

Übernehmen bei Eintritt der definierten Ereignisse für eine begrenzte Zeit die Ratenzahlung

Restschuldlebensversicherung

Der überraschende Ausfall von Einnahmen während der Laufzeit eines Kreditvertrags ist für jeden Kreditnehmer oder seine Angehörigen der reinste Albtraum. Die Gefahr eines Unfalls oder einer Erkrankung, die länger dauert als die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers, ist aber ebenso real wie eine unverhoffte Arbeitslosigkeit. Der Tod des Hauptverdieners kann die Familie in den Ruin stürzen, wenn ein Immobilienkredit eine hohe Restschuld aufweist. Für alle genannten Fälle gibt es Versicherungslösungen – eine Restschuld(lebens)versicherung oder Ratenschutzversicherung. Sie haben aber einen schlechten Ruf. Verbraucherschützer raten zur Vorsicht, das E-Book von kreditkanzlei.com führt sie als Beispiel für versteckte Kosten an. Für wen lohnt sich der Abschluss?

Ein klares Ja zur Lebensversicherung

Bei der Restschuldlebensversicherung handelt es sich um eine Form der Risikolebensversicherung. Sie hat nichts mit Altersversorgung zu tun, es wird kein Kapital angespart, und deshalb ist sie im Vergleich zu Kapital- oder Rentenversicherungen sehr günstig. Die Besonderheit der Restschuldversicherung besteht darin, dass die Versicherungssumme während der Laufzeit fällt, synchron mit der Tilgung des Darlehens. Das drückt den Beitrag weiter. Bei einem Immobilienkredit für eine junge Familie gibt es deshalb nicht viel zu überlegen – für ein paar Euro sind die Hinterbliebenen abgesichert und stehen nicht mit mehreren hunderttausend Euro Schulden da, wenn der Ernährer jung verstirbt. Schließen Sie aber nicht die erstbeste Restschuldversicherung ab, die Ihnen der Kreditgeber anpreist. So, wie Sie für günstige Zinsen eine gute Online-Bank suchen, gibt es auch gute Direktversicherer. Diese sind übrigens nicht unbedingt in Online-Vergleichen gelistet. Die besten Angebote rechnen sich nämlich nur, wenn sie ohne Provisionsaufwand direkt beim Versicherer abgeschlossen werden.

Die 3 Arten der Restschuldversicherung

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Ratenschutz mit Lücken

Ratenschutzversicherungen, die bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit leisten, sind dagegen etwas differenzierter zu betrachten. Sie werden meist für Konsumentenkredite angeboten, zum Beispiel bei Autofinanzierungen, und übernehmen bei Eintritt der definierten Ereignisse für eine begrenzte Zeit die Ratenzahlung. Die Beiträge für Ratenschutzversicherungen sind hoch, weil eine Negativselektion stattfindet. Wer sich gesund fühlt und einen sicheren Arbeitsplatz hat, wird die Versicherung eher nicht abschließen, also sammeln sich im Risikokollektiv Menschen mit wahrscheinlicherem Schadeneintritt. Problematisch ist auch die Abgrenzung der Leistungsfälle – Arbeitsunfähigkeit ja, die viel kritischere Erwerbsunfähigkeit ist dagegen nicht versichert. Hier ist der Kunde mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung klar besser bedient, aber sie ist auch viel teurer.